Wenn Mensch und Pferd in Beziehung treten, wird der Mensch als Ganzes angesprochen und gefordert.
Jede Begegnung mit dem Pferd ist vollkommen individuell.
Viele Psychotherapiepatienten kommen zum Pferd, weil sie vielleicht schon immer einmal reiten wollten und weil sie hoffen, von den Pferden endlich verstanden zu werden, endlich gesehen zu werden als der, der sie wirklich sind. Sie wünschen sich eine echte und ehrliche Beziehung, i n d er sie mitbestimmen können und nicht in irgend einer Form mißbraucht werden.
Aufgrund der Ausstrahlung der Pferde findet häufig schon bei der ersten Begegnung ein tiefes seelisches Berührtwerden statt. Die Patienten identifizieren sich so stark mit dem Pferd, dass sein Wohlbefinden mit dem eigenen Wohl gleichgesetzt wird. Das Pferd wird so liebevoll behandelt, wie sie wünschen, selbst behandelt zu werden
Oft können gerade diese Patienten auf Grund ihrer persönlichen Lebensgeschichte, die begleitend im Gespräch thematisiert wird, nicht gut zu sich selbst sein. Sie neigen eher zu Selbstverurteilungen bis hin zu selbstverletzendem Verhalten.
Um nun ein Pferd zu führen oder gar reitend zu lenken reicht der mechanische, intellektuell geprägte Einsatz nicht aus; der Mensch muss sich auf das Pferd, den Partner , einlassen.
Nur ein Wechselspiel aus Macht und Ohnmacht, Kontrolle und Hingabe, Spannung und Entspannung, halten und loslassen ermöglicht einen stimmigen Kontakt zum Pferd – zum Leben – zu uns selbst und unseren Mitmenschen. Ein Lern- und Erfahrungsfeld ohne Grenzen.
Es gibt dabei kein therapeutisches Rezept, nur den individuellen Weg, den ich einfühlsam begleite. Mit Hilfe der Therapiepferde unterstütze ich die Suche nach der verlorenen Mitte. Meine Begleitung ist geprägt von Achtung vor der Individualität dieses Weges und voll Bewunderung für die erreichten persönlichen Ziele.
Großen Respekt habe ich vor meinen Therapiepferden. Ich achte sehr auf ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden, damit sie ihre schwierige Aufgabe mit freudigem Einsatz leisten können. Ich suche mit ihnen gemeinsam unsere heile(nde) Mitte, aus der wir dann unsere Patienten respektvoll unterstützen und begleiten können.

